Erster Internationaler Streetworkshop in Wolfenbüttel ein voller Erfolg

 Wolfenbüttel kann seit dem Wochenende – neben Lessing – einen weiteren international bekannten Wissenschaftler zu seinen großen Söhnen zählen. Am 17.07.1932 wurde der Betriebswirt, Diplompsychologe und Pionier der Mobbingforschung in Wolfenbüttel geboren.

 Professor Dr. Dr. Heinz Leymann wanderte 1955 bereits nach Schweden aus, verfasste dort 1978 seine Doktorarbeit zum Thema Arbeitspsychologie, war ab 1982 Professor an der Universität Stockholm und hatte 1992 bis zu seinem Tod 1999 einen Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft an der Universität Umea.

 Er gilt in der Forschung als der Erste, der den Begriff Mobbing benutzte und der seine Arbeit der systematischen Erkundung dieses Phänomens gewidmet hat.

In seinen auch in Deutschland erschienen Standartwerken (Der Mobbingreport I und II) beschreibt er erstmalig das typische Bild von Mobbingverläufen, sowie die gravierenden Auswirkungen auf die Betroffenen sowie das Arbeitsumfeld.

Seine Definition von Mobbing als unfairer Angriff von Vorgesetzten oder Arbeitskollegen auf einen Einzelnen, der von einiger Nachhaltigkeit geprägt und bei der das Opfer unterlegen ist, so dass es zu einem langfristigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben kommt, ist auch heute noch die Grundlage moderner Mobbingforschung.

 Am 17. Juli 2012 jährte sich nun der Geburtstag von Leymann zum 80ten mal. Dieses Datum nahmen nun 6 Mitglieder des Netzwerkes „Workrelations“ sowie das Team des Netzwerkes der Mobbingselbsthilfegruppen am vergangenen Samstag zum Anlass, an ihn durch eine spektakuläre Aktion in der Fußgängerzone von Wolfenbüttel zu erinnern.

www.workrelations.eu ist eine Plattform von Hochschullehrern, Ärzten, Psychologen, Juristen, Schriftstellern und ehemaligen Mobbingbetroffenen, die sich zu einem internationalen Netzwerk mit dem Ziel zusammengefunden haben, für faire Arbeitsbedingungen einzutreten und so Mobbing erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Die Akteure sind über ganz Europa verstreut und kommen unter anderem aus Holland, aus Tschechien aus der Slowakei, aus der Schweiz, aus Österreich und Deutschland.

 Am Samstag wurden nun 70 Passanten zum Thema Mobbing in einem Kurzinterview befragt. Die erste Frage: „Sagt Ihnen der Begriff Mobbing etwas?“ beantworteten 100 Prozent mit „Ja“. Die zweite Frage „Waren Sie schon einmal direkt von Mobbing betroffen“ bestätigten etwa 50 Prozent und die spannende dritte Frage „Kennen sie Heinz Leymann?“ beantworteten nahezu 100 Prozent der Wolfsburger mit „Nein“. Einzige Ausnahme bildete eine Betriebsrätin der Gewerkschaft Ver.di, die aktuell mit einem Fall von Mobbing konfrontiert ist.

 Dies war nun absolut nicht erstaunlich. Bereits im Vorfeld hatten einzelne Mitglieder des Netzwerks versucht, im Zusammenhang mit Wolfenbüttel über das Leben von Heinz Leymann bis 1955 zu recherchieren und waren auf eine weitgehend weiße Landschaft gestoßen. Es war noch nicht einmal zu erfahren, auf welche Schule er gegangen ist.

 Angedacht ist jetzt zum Beispiel ein Blog im Internet, in dem etwa frühere Schulfreunde Erinnerungen festhalten können. Vorstellbar ist auch, ein regelmäßiges Treffen von „Leymann-Fans“ in Wolfenbüttel ins Leben zu rufen.

 Ein Anfang ist gemacht und weitere Aktionen werden sicherlich folgen.

 

Verfasst von: Rechtsanwalt Hans-Otto Morgenthaler, Ludwigshafen

 

Vorbereitung:

Am Samstag, den 21.07.2012 findet von 11:00 bis 15:00 Uhr in der Wolfenbütteler Fuß-gängerzone, Höhe Langen Herzogstrasse 47 ein internationales Zusammentreffen gegen Mobbing statt.

Erstmals gehen aus Anlass des 80. Geburtstages Heinz Leymanns Mitarbeiter  Johann Amos Comenius Universität in Prag (CZ) und des Netzwerkes der Mobbing-Selbsthilfegruppen gemeinsam auf die Straße.

Prof.Dr. Leymann wurde 1932 in Wolfenbüttel in der Frankfurter Str. 2 geboren und wanderte in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts nach Schweden aus. 
Schon während seiner Zeit in Deutschland widmete er seine wissenschaftlichen Forschun-gen dem Phänomen „Mobbing“ und gilt somit seit dieser Zeit als der führende und erste seriöse Mobbingforscher der Welt. Am 17.07.2012 wäre er 80 Jahre alt geworden. Dr. Leymann verstarb bereits Mitte der 80er Jahre.

Aus diesem Anlass findet zu Ehren Dr. Leymanns am Samstag, den 21.07.2012 von ca. 11.00 bis 15:00 Uhr in der Wolfenbütteler Fußgängerzone in der Langen Herzogstrasse Höhe Nr. 47, ein Straßenworkshop rund um das Thema mit Infostand und Bürgerbefragung statt.

Organisiert wird der Workshop von einer internationalen Gruppierung gegen Mobbing, dem unter anderem Frau Anka Kampka, Geschäftsführerin des deutschen Netzwerkes, Lica – Autorin des Anti-Mobbing-Romans Lügenwarheit und  Dr. Pavel Beno, der nicht nur als Anti-Mobbing-Pädagoge der Uni, sondern auch als Vorsitzender des Bürgervereins Work& Relations (Prace a vztahy) in Prag tätig ist. 

Jeder Interessierte und / oder Betroffene ist herzlich eingeladen, sich unverbindlich und auf Wunsch anonym zum Thema Mobbing zu äußern oder sogar einen Video-Botschaft zu diesem Thema zu kreiren …

Unsere kleine Gruppe freut sich auf Ihren Besuch und Ihre Ideen  &  Äuserungen…

 

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