Diagnostik psychischer Gewalt am Arbeitsplatz – ein Workshop in Prag (3.5.2018)

Liebe und sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Wir sind eine Gruppe von Anti-Mobbing-Expert*innen in Europa und sind äusserst unzufrieden mit der Art und Weise der Diagnostik psychischer Gewalt am Arbeitsplatz bzw.  auch dem Schutz der Menschen – Arbeitnehmer*innen (Werte Schaffende) in der Gesellschaft vor sog. Beziehungspathologien (Mobbing, Bossing, Straining, Harassment, Stalking, Diskriminierung usw.).

Als eine Folge fachlicher Defizite sowie unangemessener Toleranz bzw. Gleichgültigkeit  auf Seiten von Regierungen, Politiker*innen und Kontroller des Staates werden agressive Täter*innen immer wieder zu weiteren Attacken ermutigt und die Zahl der Opfer solcher Gewaltattacken wächst.

Wir möchten das Thema in Prag am 3. Mai 2018 wenigstens ansprechen, Interessent*innen über den aktuellen “Stand der Dinge” informieren und informiert werden und möglicherweise auch einige Lösungen vorschlagen.

Falls unser Bemühen bei Ihnen auf ein positives Echo stößt, geben Sie uns bitte Bescheid. Dann werden wir Sie gern auch weiter über die Entwicklung unserer Bemühungen informieren.

Unser Kontakt: Dr. Pavel Beno, Tovacovskeho 2/92, 130 00 Praha 3/CZ, Tel. +420 602349848 oder +420 222100440, E-mail: workshop18@leymannspirit.eu.

Přihlášení účastníci – stav ke dni 29. 04. 2018 (Liste der angemeldeten Teilnehmer/inen  zu 29.4. 2018)

 

Bitte um die Beantwortung unserer Fragen zum Thema:

1. Wie beurteilen- bzw. beschreiben – Sie das Niveau des Schutzes der Bevölkerung und der Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz vor psychischer Gewalt und sog. Beziehungspathologien (Mobbing, Bossing, Harassment, Diskriminierung, Stalking usw.) in Ihrem Land bzw. EU?

2. Bekommt dieses Thema von der Seite der Politik und Staatsmacht – bzw. Ihrer Vertreter*innen und Kontrollorgane wie z.B. Arbeitsinspektoren, ombudsman usw. – ausreichend Aufmerksamkeit & Empfindsamkeit?

3. Was könnte bzw. sollte zum Schutz der Bevölkerung und Mitarbeiter*innen vor psychischer Gewalt in Deutschland verbessert werden und wie ?

Comments

  • Bin sehr interessiert, könnte den Teilnehmern mein Buch schenken und einige Ausarbeitungen z.B. Große Anfrage für den Deutschen Bundestag .zur Diskussionsgrundlage übermitteln.
    Vilen Dan für die Information und Herzliche Grüße
    Eberhard Hesse

  • Morgenthaler 02.28.2018 Antworten

    Ich glaube in Deutschland tut sich etwas unter dem Eindruck des beängstigenden Ansteigens psychischer Neuerkrankungen.Es gibt den Versuch Messinstrumente zu entwickeln.Ich werde recherchieren

  • beno 03.10.2018 Antworten

    Sandra (via P. Beno)

    Zu 1.: Ich kann die Frage nur aus meinen eigenen Erfahrungen beantworten. Es gibt zwar in vielen – gerade größeren – Firmen und Verwaltungen etc. zwar Vereinbarungen, welche Schutz vor Mobbing, Bossing, Diskriminierung etc. bieten sollen und könnten; die zu einer besseren Konfliktbewältigung führen könnten. Es gibt auch gesetzliche Regularien, die hierfür als Grundlage dienen (Betriebliche Eingliederungsmanagement gem. § 167 Abs. 2 SGB IX oder der Verpflichtung des Arbeitgebers, eine Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes u.a. bzgl. der psychischen Belastungen durchzuführen. Leider werden diese Möglichkeiten in der Praxis nicht gelebt. Häufig handeln Vorgesetzte/Verantwortliche so, dass psychische Gewalt, Diskriminierung, Mobbing etc. nicht beachtet, nicht ernst genommen wird. Mit dieser Haltung fördern sie leider das Vorgehen gegen die Betroffenen. Diese werden als Querulanten/Störer dargestellt und empfunden. Eine offene Auseinandersetzung mit der Problemlage gibt es häufig nicht. Frei nach dem Motto: „Was nicht sein darf, gibt es auch nicht.“ Es wird nichts unternommen, um die Situation der Betroffenen zu verbessern bzw. Maßnahmen nur zum Schein ergriffen. Diese zeigen keine Wirkung zugunsten der Betroffenen. Ich kenne allerdings auch Firmen, in denen ein Umdenken bereits stattgefunden hat und ein wertschätzendes Miteinander stattfindet. Hier wird den Anfängen gewährt, sodass es gar nicht erst zu den uns bekannten schlimmen Auswirkungen von Mobbing, Diskriminierung etc. kommt. Dies hängt ursächlich mit dem Verständnis der Chefetage bzgl. des Umgangs miteinander um: Wie wird mit Fehlern umgegangen? Wie beziehe ich Stellung zu Mobbing, Diskriminierung etc.? Welche Strukturen herrschen vor?

    Zu 2.: Die Themen psychische Gewalt, Mobbing, Bossing etc. finden in der Politik in Deutschland meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit. Wenn diese vorhanden ist, dann nur punktuell und anlassbezogen; aber nicht nachhaltig. Fraglich ist, ob eine andere Gesetzgebung in Deutschland mit der offenen Benennung von Mobbing, Bossing etc. tatsächlich etwas ändern würde. Auf jeden Fall würde der Staat aber klare Kante gegen diese Art des Umgangs gegenüber Menschen zeigen und damit ein klares Statement setzen, was sicher sehr wichtig für ein Umdenken in der Gesellschaft wäre.

    Zu 3.: In Deutschland müsste sich zum Schutz vor psychischer Gewalt, Mobbing, Bossing, Diskriminierung etc. ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Weg von Mitläufertum – hin zu mehr Verantwortung auch gegenüber den Mitmenschen, der Gesellschaft, der Umwelt etc. Es müsste ein respektvollerer, wertschätzender Umgang untereinander herrschen. Die Fehlerkultur müsste sich ändern – Fehler eingestehen und als Lösungsansatz sehen, statt sie totzuschweigen und zu verschleiern. Kommunikation müsste klarer gestaltet werden – mehr nachfragen auf allen Seiten, statt nur Vermutungen darüber anzustellen, wie das Gesagte wohl gemeint war und daraus Schlüsse zu ziehen. Gerade in Firmen und Verwaltungen müssten klarere Strukturen geschaffen werden. Unklare Strukturen fördern Missverständnisse, Diskriminierung, Mobbing, Bossing etc. Die vorhandenen gesetzlichen Vorgaben, zur Verhinderung dieser Dinge sollten auch tatsächlich in der Praxis angewandt/umgesetzt werden.”

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